Holzhaus- und Fertighausbau

Der Holzbau hat eine lange Tradition. Die ersten Bauwerke, seit Menschen sich Behausungen schufen, waren ohne Zweifel Holzbauten. Im frühen Mittelalter sowie im Hochmittelalter entwickelte sich der Holzbau  durch den Fachwerkbau in unseren Städten zu hoher Blüte. Der Zimmerer war der Baumeister dieser Epoche. Vor rund 150 Jahren begann der Niedergang durch das Vordringen des Massivbaus und aufgrund der sich ändernden Wertvorstellungen vom Wohnen allgemein. Der „Barackenbau“ war beredtes Zeugnis für einen scheinbaren Tiefpunkt einer hervorragenden Bauart. Dabei wird allerdings allzu oft vergessen, dass es sich dabei eigentlich um den schnellen, billigen Bau von provisorischen Unterkünften gehandelt hat bei deren Planung Aspekte wie Langlebigkeit oder Raumklima nie eine Rolle gespielt haben. Dennoch fanden letztlich viele dieser Provisorien letztlich Verwendung als langjährige Dauerunterkünfte und übererfüllten somit  die Funktion, die ihnen eigentlich zugedacht war.

Mehr als 50 Jahre dauerte es dann, dass der Holzbau, anfänglich über das Fertighaus, nunmehr in Staat und Gesellschaft neue Anerkennung fand und dadurch entwicklungsfähig wurde.
Leistungsfähige Holzhaus- und Fertighausbauunternehmen stehen bereit, Häuser als freistehende Häuser, als Reihenhäuser oder in mehrgeschossiger Bauweise zu errichten. Eine Fülle von hochwertigen und nachwachsenden Baustoffen und Holzwerkstoffen stehen für die Erstellung qualitativ hochwertiger Gebäude zur Verfügung. Auch die Anforderungen an die Standsicherheit, den Brand- und Schallschutz werden mit den Häusern in Holzkonstruktion erfüllt. Im Wärmeschutz ist das Holzhaus unschlagbar. „Es werden in Zukunft immer mehr Holzhäuser gebaut. Der Niedrigenergiehausmarkt wird immer interessanter.“

Hinter diesen Aussagen stecken Erfahrungen und Beobachtungen von Holzhausbauern und Planern, die die Veränderungen von Bauherrenwünschen kennen. Holzhäuser sind die Renner, wenn es darum geht, Energie und Heizkosten zu senken. Sie haben bei gleichen Außenabmessungen eine bis zu 10% größere Nutzfläche, werden trocken und in kürzeren Bauzeiten errichtet und tragen somit zu erheblichen Entlastungen bei der Finanzierung bei. Sie sind nachrüstbar, wenn die statisch konstruktive und bauphysikalische Hülle steht und sie tragen zum Wohlbefinden der Bewohner bei.

Normen, Verordnungen und Bestimmungen zu beachten, kurz, beim Hausbau geregelt vorzugehen, kann im Holzhaus- und Fertighausbau als selbstverständlich angesehen werden. Dadurch entstehen qualitativ hochwertige Gebäude. So sichert beispielsweise die Einhaltung der DIN 1052 Holzbauwerke, eine der grundlegenden Normen im Holzbau, die Standsicherheit des Hauses. Darüber hinaus werden hier unter anderem die Holzqualitäten für die tragenden Rahmen im Holzrahmen- und Holztafelbau und die normgemäßen Plattenwerkstoffe vorgeschrieben. Daneben gibt es eine Palette bauaufsichtlich zugelassener Holzwerkstoffe, die alternativ eingesetzt werden können. In ähnlicher Weise sind auch die übrigen Werkstoffe und die Leistungsdaten des Hauses geregelt, insbesondere im Wärme- Schall- und Brandschutz. Für zukunftsweisenden Wärmeschutz ist das Holzhaus geradezu ein Modellbeispiel. Forderungen der DIN 4108 „Wärmeschutz im Hochbau“ und der Energieeinsparverordnung können im Holzbau schon fast als Standard bezeichnet werden.

Bei vielen Bauvorhaben geht die Planung und Ausführung zum Passivhaus. Das kommt nicht von ungefähr: Zum einen ist Holz unter den konstruktiven Baustoffen der beste Wärmedämmer. Zum anderen können die freien Räume der Holzkonstruktion voll für die Dämmschicht genutzt werden, gemäß der Platzsparformel „Konstruktionsdicke = Dämmdicke.“  Darauf aufbauend ist weitere Steigerung möglich. So wird vielfach eine Rahmenkostruktion, unabhängig der statischen Anforderungen, in der erforderlichen Dämmstärke gewählt. Zusätzliche Dämmschichten können außen- oder innenseitig vor der Hauptkonstruktionsebene, z. B. in die Lattung vor der Fassade oder Innenbekleidung integriert werden. Der Wandaufbau bleibt dennoch schlank und spart, wie bereits erwähnt, rund 10% Wohnfläche bei gleicher Grundfläche gegenüber konventioneller Bauweise.

In der DIN 4108 werden Anforderungen an die Luftdichtheit von Gebäuden gestellt, um auch die Lüftungswärmeverluste, d. h. den zweiten Weg der Wärmeabwanderung zu beherrschen. Im Holzhaus wird die geforderte Luftdichtheit im Materialverbund und mit der Schichtenanordnung erzielt - primär durch die lückenlos und ringsum dicht ausgeführte Dampfbremse, ergänzend durch Innenbekleidung, Beplankung und außenliegende Windsperre. Die Hauptaufgabe der Windsperre besteht im Übrigen darin, den Baukörper und die Dämmschicht vor Auskühlung durch Luft von außen zu schützen. Die Luftdichtheit des Hauses lässt sich in Prüfverfahren, wie dem Blower- Door- Test, feststellen. Damit kann der Nachweis für die Erfüllung der Anforderungen jederzeit erbracht werden.

Die hohe Wärmedämmung des Holzhauses, die Luftdichtheit, die Winddichtigkeit und gegebenenfalls die kontrollierte Be- und Entlüftungsanlage ermöglichen klein dimensionierte Heizanlagen, bzw. alternative Systeme wie Solartechnik, Wärmepumpe oder Wärmerückgewinnung.

Der gute Wärmeschutz spart nicht nur Kosten und schont die Umwelt, sondern wirkt sich auch positiv auf die Wohnqualität aus. Warme innere Oberflächen der Außenwände und Vermeidung von Zugerscheinungen – damit kommen die Holzhausbewohner behaglich über den Winter. Vor allem aber ist auch der sommerliche Wärmeschutz gewährleistet. Infolge der hohen Wärmedämmung dringt die Hitze nicht nach innen, sofern man die Fenster und Verglasungen, die eigentlichen Wärmefänger in jeder Bauart, beschattet und abdeckt.

Die geringere Speichermasse des Holzhauses wirkt sich keineswegs, wie gelegentlich vermutet, nachteilig aus. Im Gegenteil. Holzhäuser kühlen auch bei längeren Hitzeperioden durch abendliches und frühmorgendliches Lüften schnell ab. Im Winter sind die Räume morgens nach der Nachtabsenkung, oder bei abendlicher Rückkehr schnell aufgeheizt. Ideal für schnell reagierende Heizsysteme. Die Speichermasse, eine Behinderung für die rasche Regelung des Rumklimas, wird daher nach neuestem Stand der Bauphysik für das Wohnen im Holzhaus als überflüssig erachtet.

Für einen guten Schallschutz setzen Holzsystembauweisen weniger auf die Masse der Bauteile als vielmehr auf intelligente Konstruktionen mit Kombination der Baustoffe und Schichtenanordnung. Die von der DIN 4109 Schallschutz im Hochbau geforderten Werte werden damit sicher eingehalten. Darüberhinaus lassen sich Ausführungen für einen erhöhten Schallschutz im eigenen Haus und gegenüber fremden Wohn- und Arbeitsbereichen zuverlässig erfüllen. Die wichtigsten Maßnahmen im Fall besonderer Schallschutzanforderungen sind: Mehrlagige Bekleidungen; Doppelrahmenkonstruktionen; Hohlraumdämpfung mit geeigneten Dämmstoffen – hier eignen sich Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen besonders gut- da mehr Masse; Schalltechnische Entkoppelung der Bauteile durch Stockwerkweisen Aufbau und entsprechend ausgebildete Wandanschlüsse.

Ebenso wirksam ist die Abschirmung gegen Außenlärm. Ein Niedrigenergiehaus in Holzbauweise mit zusätzlicher Dämmschicht und entsprechend verglasten Fenstern schützt durchaus gegen Lärmbelastung in Flughafennähe. Hier verbindet sich Wärme- mit Schallschutz.

Für den Brandschutz von Wohngebäuden ist in erster Linie die Landesbauordnung in Verbindung mit der DIN 4102 „Brandschutz im Hochbau“ maßgeblich. Hauptkriterium dieser Norm ist die Feuerwiderstandsdauer der Bauteile im Brandfall, ergänzt um Aussagen zur Brennbarkeit der Baustoffe. So bedeutet beispielsweise die Kurzbezeichnung F 30-B, dass das Bauteil unter einer von der Norm definierten Brandbeanspruchung 30 Minuten seine volle Funktionstauglichkeit behalten muss und unter Verwendung normal entflammbarer Baustoffe wie z. B. Holz hergestellt sein darf.

Die Feuerwiderstandsklasse F 30-B wird von den Holzsystembauweisen bereits in der Grundversion eingehalten. Die Bauherren von Holzhäusern bekommen diesen Brandschutz durch das System mitgeliefert. Natürlich lassen sich höhere Brandschutzanforderungen durch mehrlagige Bekleidungen mit Gipswerkstoffen oder mit mineralisch gebundenen Holzwerkstoffen erfüllen. Damit ist für die Bewohner das Leben im Holzhaus so sicher wie in einem konventionell gebauten Haus. Dies wird durch die Landesbauordnung bestätigt, die mehrgeschossige Wohnhäuser in Holzkonstruktion zulässt. Brandversicherer und Finanzierungsinstitute bewerten das Holzhaus nicht anders als das konventionell gebaute Haus.