Phytopharmaka

Die Verwendung von Pflanzen zu Heilzwecken ist mindestens so alt wie die Menschheit.
Bis vor fast 200 Jahren waren Naturheilmittel auch die einzigen zu Verfügung stehenden Medikamente. Die bedeutendste Säule bei den Naturheilmitteln stellten wohl in den meisten Kulturen die Heilpflanzen dar. Für eine Vielzahl körperlicher oder psychischer Beschwerden gibt es entsprechende Pflanzen mit heilenden oder lindernden Wirkstoffen, die sowohl in der Naturheilkunde, der Homöopathie aber auch in der klassischen Schulmedizin eingesetzt werden.

Erst in der modernen Zeit wurden pflanzliche Arzneimittel zunehmend durch chemisch-synthetische Arzneimittel verdrängt. Wegen der unübersehbaren Zahl von Nebenwirkungen und Wechselwirkungen vieler chemisch-synthetischer Arzneimittel gewinnen pflanzliche Arzneimittel heute allerdings wieder zunehmend an Bedeutung, da diese von Verbrauchern als „natürlicher“ und „verträglicher“ eingeschätzt werden. Paradoxerweise ist aber gerade die gute Verträglichkeit der Grund, warum Phytopharmaka momentan durch unser derzeitiges Gesundheitssystem eine Ungleichbehandlung erfahren.

Da sich die Bedeutung von Arzneipflanzen allgemein nicht mehr nur auf den Bereich alternativer Medizinsysteme beschränkt, sondern deren Wirkung vielfach auch schulmedizinisch anerkannt ist, empfehlen bereits die überwiegende Zahl aller Ärzte hin und wieder Phytopharmaka.

Pflanzliche Arzneimittel haben nunmehr bereits einen Anteil von 25 Prozent am Markt der rezeptfreien Arzneimittel. Daneben gewinnt die Verwendung von Heilpflanzen in Naturkosmetik oder in Nahrungsergänzungsmitteln zusätzlich stark an Bedeutung.

Kosmetika

Die Wörter Kosmos und Kosmetik leiten sich aus dem griechischen Wort für ordnen, schmücken und pflegen ab. Kosmetika hat somit im übertragenen Sinn die Aufgabe, den menschlichen Körper zu pflegen und die Schönheit zu erhalten oder zu verbessern und zu einem harmonischen Verhältnis zwischen dem eigenen Körper und der Außenwelt beizutragen. Dieses Bedürfnis ist so alt wie die Menschheit selbst.

Bereits bei frühen Kulturen war teilweise das Färben von Gesichtern üblich - bei machen indianischen oder afrikanischen sogar bis in die Neuzeit. Von den frühen Hochkulturen Mesopotamiens über die Ägypter bis zu den Griechen und Römern wurde die Verwendung von Kosmetikprodukten wie Schminken, Salben, Ölen und Düften Ausdruck eines luxuriösen Lebensstils. Als Rohstoffe verwendete man z.B. Naturfarben auf pflanzlicher oder mineralischer Basis, Pflanzenöle, Bienenwachs sowie Duftstoffe aus Hölzern, Harzen oder Pflanzenblüten.

Während im islamischen Kulturkreis insbesondere die Duftkosmetik (z.B. Rosenöl) weiter ausgebaut wurde, erlebte im christlichen Kulturkreis die Verwendung von Kosmetik durch die kirchliche Meinung bis ins Hochmittelalter ihren Niedergang. Erst zu Zeiten der Renaissance gewann die Kosmetik wieder zunehmend an Bedeutung.

In unserer Gesellschaft sind Kosmetikprodukte wie:

• Seifen, Duschgels, Shampoos, Schaumbäder, Badezusätze
• Körperlotionen, Cremes, Körperöle
• Parfüme, Eau de Toilettes
• Make-Ups, Puder, Nagellack, Lippenstifte, Lidschatten, Mascara, Kajal, etc.
• Lichtschutz- und Selbstbräunungsmittel
• Haarwasser, -öle, -sprays, -gele, -wachse, Schaumfestiger
• Zahnpaste und andere Mundhygieneprodukte
• etc.

nicht mehr wegzudenken. Kosmetika ist zu einem Massenprodukt geworden. Teurere natürliche Rohstoffe werden bis heute teilweise durch billige Erdölprodukte wie Paraffine und Silikone sowie durch Konservierungsstoffe wie Formaldehyd-Verbindungen und Emulgatoren wie PEG-Derivate ersetzt. Diese Stoffe werden von Wissenschaftlern zumindest als bedenklich eingestuft. Sie können die Haut irritieren und austrocknen, Allergien auslösen, die Leber belasten oder sogar Krebs auslösen.

Der Preis eines Kosmetikproduktes sagt nichts über die mögliche Verwendung billiger Inhaltsstoffe aus, da viele Hersteller immer mehr Geld für Werbung anstatt für gute und wertvolle Inhaltsstoffe ausgeben.
Aufgrund zunehmender Allergien sowie der immer mehr publik werdenden Erkenntnisse über bedenkliche Inhaltsstoffe in konventioneller Kosmetik hat in den letzten Jahren der Markt für Naturkosmetik zunehmend an Bedeutung gewonnen und liegt heute voll im Trend.

Naturkosmetik ist frei von synthetischen Duft-, Farb- oder Konservierungsstoffen sowie Rohstoffen auf Mineralölbasis. Die Pflegeprodukte beinhalten ausschließlich natürliche Substanzen wie pflanzliche Öle, Fette und Wachse, Stärke, Zucker, welche mengenmäßig größtenteils als sog. Basisstoffe (natürliche Wasch- und Reinigungssubstanzen, Verdickungs- oder Konservierungsmittel, Rückfetter) eingesetzt werden. Natürliche Pflanzenöle haben beispielsweise im Gegensatz zu mineralischen Ölen Ähnlichkeit zum Hautfett der oberen Zellschichten und werden dadurch besser von der Haut aufgenommen. Kräuterextrakte, Blütenwässer oder ätherischen Öle werden als Wirk- oder Duftstoffe eingesetzt. Die pflanzlichen Rohstoffe stammen nicht selten sogar aus kontrolliert-biologischem oder biologisch-dynamischem Anbau oder aus Wildsammlungen. Das BDIH -Prüfzeichen (www.kontrollierte-naturkosmetik.de) „Kontrollierte Natur-Kosmetik" sowie transparente Inhaltsangaben geben dem Verbraucher Sicherheit.
Unabhängig vom Anbau oder Prüfzeichen: Naturkosmetik ist grundsätzlich die bessere Wahl. Naturkosmetikprodukte weisen in den meisten Fällen eine bessere Hautverträglichkeit - und darüber auch eine bessere Umweltverträglichkeit auf.