Als Alternative zur Strom- und Wärmeproduktion durch die Verbrennung des Biogases auf oder in der Nähe von der Biogasanlage hat sich in den letzten Jahren die Aufbereitung des Biogases auf Erdgasqualität (man spricht dann von Biomethan) und die anschließende Einspeisung des Biomethans in das Erdgasnetz etabliert. Dadurch kann das Biomethan gezielt an Orten verstromt werden, an denen möglichst ganzjährig eine Wärmnutzung gewährleistet wird. Die BHKW werden dann wärmegeführt betrieben, d.h. sie produzieren nur dann Strom, wenn auch die anfallende Wärme verwertet werden kann. Alternativ dazu kann es auch als Treibstoff in Erdgasfahrzeugen eingesetzt werden oder zur Wärmeerzeugung in Wohnhäusern mit herkömmlichen Gasthermen.

Die Novellierung der Gasnetzzugangsverordnung (GasNZV) im Jahr 2010 forcierte die Biomethanerzeugung maßgeblich mit der Zielsetzung, eine Biomethan-Einspeisung von 6 Milliarden m³ pro Jahr bis 2020 und 10 Milliarden m³ pro Jahr bis 2030 ins deutsche Gasnetz zu erreichen.

Die Verordnung regelt auch die Verpflichtung der Gasnetzbetreiber zur vorrangigen Abnahme von aufbereitetem Biomethan. Auch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hat eine verstärkte Biomethaneinspeisung zum Ziel und vergütet die Gasaufbereitung und Einspeisung in das Erdgasnetz entsprechend der Nennleistung der Gasaufbereitungsanlage.


Film: Erdgas vom Acker - Biogas Homberg

Im Jahr 2012 gab es in Deutschland bereits 117 Biomethananlagen mit einer gesamten Aufbereitungskapazität von 73.000 m³ Biogas pro Stunde (Quelle: FNR).
Neben den auch für die Verstromung notwendigen Aufbereitungsschritten der Entschweflung und Trocknung ist bei der Biomethanerzeugung vor allen Dingen die CO2-Abscheidung von Bedeutung. Die derzeit am häufigsten in der Praxis üblichen Verfahren sind:

  • Druckwechseladsorption
  • Druckwasserwäsche
  • Aminwäsche

Das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG) schreibt einen Mindestanteil erneuerbarer Wärmeenergieträger in Neubauten ab 01.01.2009 vor. Diese Nutzungspflicht wird u. a. dann erfüllt, wenn der Wärmeenergiebedarf aus mind. 30% gasförmiger Biomasse gedeckt wird. Dies kann die Nachfrage nach Biomethan zusätzlich beleben.