
Hoher Besuch im Kompetenzzentrum HessenRohstoffe (HeRo):
Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke informierte sich vor Ort aus erster Hand
über die Arbeit von HeRo, das im Auftrag der hessischen Landesregierung von
Witzenhausen aus für das gesamte Land die Nutzung nachwachsender Rohstoffe in
einer Vielzahl von Projekten und Initiativen fördert, bündelt und vernetzt.
So werden im Rahmen der energetischen Verwertung nachwachsender
Rohstoffe aus der Land- und Forstwirtschaft Investoren für Biogasanlagen ebenso
beraten wie auch Kommunen, die für die Nutzung des Holzes aus ihrem
Gemeindewald neue Verwertungsmöglichkeiten suchen.
Auch die stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe kommt bei den
HeRo-Projekten nicht zu kurz: Neben der Verwendung von Holz als traditionellem
Baustoff werden auch neue Wege
beschritten, um aus Biomasse ganz spezielle Substanzen für die
Weiterverarbeitung in der chemischen Industrie zu isolieren, die einen
wichtigen Ersatz für die bisherige Verwendung von Erdöl liefern.
Im Rahmen der Bildungsinitiative erarbeitet HeRo gemeinsam mit den
verschiedensten Partnern ansprechende Unterrichtsmaterialien zum Einsatz in
Schulen und Kindergärten, um Kindern und Jugendlichen einen leichten Zugang zu
den Rohstoffquellen vor der eigenen Haustür zu eröffnen. Hierzu wurde kürzlich
ein neuer HeRo-Seminarraum auf dem Gelände der Deula in Witzenhausen
geschaffen, in dem junge Menschen mit allen Sinnen nachwachsende Rohstoffe im
wahrsten Sinne des Wortes begreifen lernen können.

Von Witzenhausen aus werden darüber hinaus bei HeRo im Rahmen eines
bundesweiten Forschungsprojekts auch ganz neue Möglichkeiten der Erzeugung von
Energie aus ländlichen Regionen erforscht. Schnellwachsende Baumarten wie
Pappeln und Weiden produzieren innerhalb kurzer Zeit pro Jahr von einem Hektar
landwirtschaftlicher Fläche soviel Energie, wie in sechstausend Liter Heizöl
steckt. Bei einem Erfolg des Projekts ließen sich auf diese Weise ganz neue
Möglichkeiten der Einkommenserzielung in strukturschwachen landwirtschaftlich
geprägten Regionen erzeugen, die neue Arbeitsplätze und Wertschöpfung schaffen
und somit zukunftsfähige Konzepte für ländliche Räume bieten könnten.
Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke war voll des Lobs angesichts der
vielfältigen Aktivitäten von HeRo und äußerte sich zuversichtlich, dass mit der
Kompetenz von HeRo das anspruchsvolle Ziel der Landesregierung erreicht werden
könne, bis zum Jahr 2020 zwanzig Prozent der verbrauchten Energie aus
erneuerbaren Quellen abzudecken.
Bild 1: Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke informiert sich im
neuen HeRo-Seminarraum über die Herstellung von Rapsöl mit Hilfe einer
handbetriebenen Ölmühle
Bild 2: Geschäftsführerin Elisabeth Apel (Mitte) stellt dem
Regierungspräsidenten das engagierte HeRo-Team vor
26.01.2010
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