Zur Hero-Hessen Startseite


 










Besuchergruppe aus Kolumbien zu Gast bei HeRo      

 

International ging es zu beim Kompetenzzentrum HessenRohstoffe (HeRo) e. V. am vergangenen Donnerstag, den dritten Dezember:

Eine Gruppe von 25 Fachleuten aus verschiedenen Regionen Kolumbiens besuchte im Rahmen einer dreiwöchigen Studienreise in Deutschland auch das Kompetenzzentrum HessenRohstoffe in Witzenhausen. Organisiert wurde die Reise durch Günther Koegst von SOKRATES, einem Anbieter wissenschaftlicher Dienstleistungen im Bereich der Erwachsenenbildung.

Weitere Exkursionsziele waren u. a. das Deutsche BiomasseForschungs-Zentrum in Leizpzig, die Technikerschule Butzbach, die Ökostadt Freiburg sowie ausgewählte Firmen, die im Bereich Windenergie, Solartechnik oder Wasserkraftnutzung tätig sind.

Großes Interesse zeigten die Besucher für die Struktur und die Aufgaben von HeRo, für die politischen Rahmenbedingungen in Deutschland und Hessen und für den gegenwärtigen Stand der Nutzung von Biomasse. Fachreferent Björn Staub stellte die HeRo-Handlungsfelder und die laufenden Projekte vor. Anschließend gab er einen fachlichen Überblick über die hessische Biogasnutzung und den Biokraftstoffbereich, speziell Bioethanol. Bioethanol wird durch die Fermentation (alkoholische Gärung) zucker- und stärkehaltiger Pflanzen gewonnen. In Kolumbien wird er überwiegend aus Zuckerrohr hergestellt, in Hessen aus Zuckerrüben. Allerdings hat sich Bioethanol als Treibstoff bei uns noch kaum etabliert.

Im Anschluss daran zeigte Christian Siebert, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei HeRo im Fachreferat Kurzumtriebsplantagen und Wissenschaft, den kolumbianischen Fachleuten eine Kurzumtriebsplantage (KUP) der Universität Kassel in Unterrieden (siehe Bild oben links). Diese Versuchsfläche wurde im Rahmen des von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) geförderten ProLoc-Verbundvorhabens nach bundesweit einheitlichem Design angelegt. Siebert führte vor Ort allgemein in das Thema Kurzumtriebswirtschaft ein. So ging er beispielsweise auf Standortansprüche, Sortenwahl, geeignete Baumarten (in Deutschland meist Pappeln oder Weiden) und Bewirtschaftungskriterien ein. Des Weiteren wurden abiotische und biotische Risiken einer KUP dargelegt, wie Schäden durch Trockenheit und Pilz- bzw. Insektenbefall. Abschließend stellte Siebert mögliche Erntetechniken vor und wagte unter Annahme verschiedener möglicher Erträge eine kurze betriebswirtschaftliche Betrachtung zum Thema KUP.

Pappeln und Weiden sind in Kolumbien unbekannt, dort wird aber in ähnlicher Weise Eukalyptus angebaut, der aufgrund der günstigeren klimatischen Bedingungen bereits nach etwa acht Jahren geerntet werden kann. Anders als bei uns sind die Eukalyptus-Stämme nach diesem kurzen Zeitraum schon so mächtig, dass sie stofflich genutzt werden können, zum Beispiel zur Herstellung von Gartenmöbeln. Die Herstellung von Hackschnitzeln zur energetischen Verwertung war den Kolumbianern weitgehend neu.

Dass die Besucher vom Fach waren, merkte man deutlich an den Rückfragen: Da ging es um Schadfaktoren in der Kurzumtriebsplantagen-Wirtschaft, um Erntemethoden und Viehwirtschaft. Björn Staub und Christian Siebert ziehen ein positives Resümee: „Die Teilnehmer der Studienreise waren sehr interessiert. Uns hat es gefreut, einmal Besuchern aus dem überseeischen Ausland ausgewählte Bereiche der hessischen Biomassennutzung vorzustellen." Auch die Gäste waren zufrieden und äußerten den Wunsch nach verstärktem Austausch mit HeRo auf fachlicher Ebene.


 

MA / 08.12.2009

zurück